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Somit kommen einige Neuteile zum Einsatz:

Im Bild zu sehen:
- Bremsscheiben (noch mit Schutzwachs)
- Bremsbeläge
- Bremsschläuche
- Verschleiß-Fühler für Beläge
- Bremssättel
- Führungshülsen samt Spezialfett (im Überholsatz enthalten)
- Bremssattel-Halter (aufbereitet aus Schlachtfahrzeug)
- Bremsflüssigkeit (DOT4)
Zunächst wird der Führungshülsen-Überholsatz montiert. Die neuen Hülsen werden mit den Gummi-Manschetten versehen, mit dem Spezialfett geschmiert und in die Halter eingesetzt. Als nächstes kann der neue Bremssattel an den Führungshülsen befestigt werden. Die Bremsbeläge werden auf der Rückseite dünn mit "Anti-Quietsch-Paste" bestrichen und anschließend in den Bremssattel gesteckt (auf der Fahrerseite muss vorher am inneren Bremsbelag der Verschleiß-Fühler aufgesteckt werden):

Die alten Bremsen werden am Fahrzeug demontiert. Da für den Wechsel der Bremssättel und Schläuche die Bremsleitungen geöffnet werden müssen, wirde als erstes die Bremsflüssigkeit aus dem Vorratsbehälter im Motorraum abgesaugt. Im folgenden Bild sind die alte Bremsscheibe, Sattel und Bremsschlauch bereits ausgebaut und die neue Bremsscheibe montiert. Die Bremsscheiben werden vor dem Verbau gründlich mit Verdünnung gewaschen und so vom Schutzwachs befreit. Die Aufnahme wird ebenfalls gereinigt, damit die Scheibe anschließend sauber anliegt. Auch der neue Bremsschlauch ist im Hintergrund zu sehen - er ist bereits oben mit der Bremsleitung verschraubt. Da gerade die Bremsschläuche unter der aggressiven Bremsflüssigkeit leiden und aufquellen können, wäre es wenig sinnvoll an dieser Stelle wieder die Altteile zu verwenden...

Anschließend wird die vormontierte Bremssattel-Einheit verbaut. Die beiden Halteschrauben (SW 19) sollten mit ca. 110 - 120 Nm angezogen werden. Ideal erreicht man die beiden Schrauben mit einer langen 19mm-Nuß (Zündkerzen-Steckschlüssel). Im Bild ist auch die hellblaue "Anti-Quietsch-Paste" gut zu sehen, welche auf der Rückseite (=Anlagefläche) der Beläge dünn aufgestrichen wurde:

Vor der Montage des Bremssattels wird der Bremsschlauch angeschraubt. Ist der Bremssattel bereits befestigt, lässt sich der Schlauch nicht mehr einschrauben - er würde sich verwinden und wäre permanent unter Spannung. Also zuerst den Sattel an dem Schlauch anschrauben und anschließend den Sattel befestigen:

Auf der Fahrerseite sitzt der Fühler, der ggf. den Verschleiß der Bremsbeläge anzeigt (wenn man die Beläge tatsächlich bis zur Verschleißgrenze herunter fahren sollte). Der Fühler wird am inneren Belag aufgesteckt, die Kabel werden durch die Öffnung hinterhalb im Bremssattel nach Außen gezogen und mit dem Stecker oberhalb der Bremse verbunden. Für die Steckerverbindung ist am Federbein eine Halterung vorgesehen (nicht im Bild):

Nachdem die Bremsschläuche mit den Bremsleitungen und Sätteln fest verschraubt sind, kann nun wieder die Bremsflüssigkeit (DOT4) aufgefüllt werden. Das Leitungssystem muss natürlich vollständig entlüftet werden. Dazu benötigt man einen dünnen Schlauch, den man an den Entlüftungsventilen aufstecken kann und über den die Bremsflüssigkeit in ein Gefäß laufen kann. Zudem braucht man jeweils einen Gabelschlüssel SW 8 (Hinterachse) und SW 7 (Vorderachse) zum Öffnen / Schließen des Ventils. Und man benötigt einen Helfer, der die Bremse betätigt:

Der Arbeitsablauf sieht folgendermaßen aus:
1. Staubkappe von Ventil entfernen und Schlauch aufstecken
2. Ventil Öffnen
3. Bremspedal niederdrücken
4. Ventil Schließen
5. Bremspedal loslassen
6. Schlauch abziehen Staubkappe auf Ventil stecken
Punkt 2 bis 5 solange wiederholen, bis keine Luftbläschen mehr im Schlauch erkennbar sind. Dabei ist auch wichtig, dass der Vorratbehälter im Motorraum stets ausreichend mit Bremsflüssigkeit gefüllt ist, da sonst wieder Luft ins System gelangt.
Man beginnt beim Entlüften mit dem Rad, das am weitesten vom Bremskraftverstärker / Vorratsbehälter entfernt ist, und endet mit dem Rad, zu dem die kürzeste Bremsleitung führt, d.h.:
1. hinten Beifahrerseite
2. hinten Fahrerseite
3. vorne Beifahrerseite
4. vorne Fahrerseite
Bei Fahrzeugen mit Trommelbremsen an der Hinterachse (316i / 318i) erreicht man die hinteren Entlüftungsventile auch ohne Demontage der Räder bequem vom Heck des Fahrzeugs aus.

Abschließend wird der Bremsflüssigkeits-Pegel im Vorratsbehälter kontrolliert und der Behälter verschlossen. Nach der Montage der Räder steht noch ein Funktionscheck an - und schon kann man den E30 wieder fröhlich um die Kurven zirkeln!