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Auch trotz guter Pflege gehen die Jahre leider nicht völlig spurlos an einem Automobil vorüber. Daher war es an der Zeit unserem 5er teilweise neuen Lack zu verpassen.

Nach der Demontage der direkt angrenzenden Bauteile können die zu lackierenden Bereiche angeschliffen werden und der Rost entfernt werden. Anschließend kommt der Rostumwandler von Fertan zum Einsatz, welcher gerade in Oldtimer-Kreisen einen ausgesprochen guten Ruf genießt. Mit dieser Flüssigkeit werden alle blanken Blechbereiche eingestrichen:

Nach einem Tag Einwirkzeit kann der Rostumwandler abgewaschen werden.

Kann ein Bauteil nicht komplett lackiert werden, sollten Kanten in der Karosserie gesucht werden, an denen man ordentlich abkleben kann. Am Seitenteil wird daher an der Schulterlinie abgeklebt - direkt an der späteren Lackkante mit einem dünnen Spezialklebeband (grün), welches sich gut der Kontur entlang legen lässt und später eine saubere Lackkante bildet. Angrenzende Bereiche werden mit einfachen Maler-Klebeband abgeklebt:

Vor dem Lackieren sollten natürlich alle Bereiche abgedeckt werden, welche keinen Sprühnebel abbekommen sollen - hierfür eignet sich dünne Abdeckplane recht gut, welche in jedem Baumarkt günstig zu haben ist (5m x 4m genügt für ein Auto). Die zu lackierenden Bereiche müssen angeschliffen und ordentlich entfettet sein, dann kann der Füller aufgetragen werden:

Die Farbe kann anschließend nach einer kurzen Ablüftzeit "nass in nass" lackiert werden. Alternativ kann der Füller auch nach dem Aushärten mit feiner Körnung angeschliffen werden. Letztere Variante bevorzuge ich persönlich, da mir gegenüber einem professionellen Lackierer natürlich eher Fehler unterlaufen (Orangenhaut, Nasenbildung, o.Ä. im Füller), welche so noch einfach zu beheben sind.

Wird der Füller geschliffen, muss die Oberfläche natürlich nochmals entfettet werden, bevor die Farbe aufgetragen wird:

Nach meiner Erfahrung sind die heutigen Wasserbasis-Farben nicht nur extrem empfindlich auf jede Art von Fettrückständen, sie benötigen auch enorm viel Zeit zum Ablüften - unabhängig davon, wie dünn die Lagen aufgetragen werden. Wer also noch die Möglichkeit hat auf alte Farben mit Lösungsmittel zurückzugreifen, erhält mit wesentlich geringerem Aufwand ein besseres Ergebnis!

Nach entsprechender Ablüftzeit wird der Klarlack aufgetragen. Sobald die letzte Schicht Klarlack gesprüht ist sollten die Klebestreifen an direkten Lackkanten entfernt werden - solange der Lack noch nass ist:

Ist der Lack ausgehärtet, werden wieder alle Anbauteile montiert:

Sollte keine Lackierkabine zur Verfügung stehen, muss man natürlich mit ein paar Staubeinschlüssen leben. Auch ist das Ergebnis selbstverständlich nicht zu vergleichen mit der Arbeit eines professionellen Lackierers. Im Gegenzug schont die Do-It-Yourself-Methode aber natürlich den Geldbeutel, und Spaß macht es auch.

Eine gewisse Grundausstattung ist allerdings zwingend notwendig:

- Atemschutz

- beheizbare Werkstatt

- professionelle Lackierpistole

- Kompressor mit ausreichender Fördermenge

- Mischbehältnisse (mit Skalen für Mischungsverhältnis)

Und natürlich steht und fällt das Ergebnis mit der Qualität der Materialien und der Genauigkeit, mit der sie verarbeitet werden - angefangen vom Schleifen und Entfetten des Untergrundes bis hin zur exakten Einhaltung der Mischungsverhältnisse und Mindesttemperatur.