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Sind die Radlager der Hinterachse verschlissen, wird natürlich ein Tausch fällig. Da die Radlager im Längslenker (auch Dreieckslenker genannt) eingepresst werden müssen, ist es natürlich einfacher, sich gute gebrauchte Lenker samt Antriebswellen zu besorgen, in denen bereits alle Teile "vormontiert" sind. Somit müssen lediglich die Längslenker samt Antriebswellen als Einheit getauscht werden. Der Arbeitsablauf für den Tausch der Radlager ist vergleichbar, da auch für das Einpressen der neuen Lager die Längslenker demontiert werden müssen.

An den Austausch-Lenkern werden neue Radbremszylinder montiert:

Die übrigen Komponenten der Bremse werden von den bisherigen Längslenkern übernommen:

Zur Demontage dieser alten Bremskomponenten, wie auch für die weiteren Arbeitsschritte, wird das Fahrzeug aufgebockt und abgesichert. Ich bevorzuge es den Wagen am Differentialgehäuse aufzuheben (keine Kraft auf den Deckel einleiten - dieser könnte sonst undicht werden). Natürlich wird der Wagen gegen Rollen gesichert, und auch Unterstellböcke vermitteln Sicherheit.

Der Vorratsbehälter der Bremsflüssigkeit wird geleert (z.B. mit einer großen Spritze absaugen). Anschließend können die Bremsleitungen am Längslenker getrennt werden. Auch das Handbremsseil wird ausgehängt.

Die Antriebswelle wird vom Hinterachsgetriebe abgeschraubt (6 Stk.  Innensechskant Schrauben SW 8mm):

Nachdem der Stoßdämpfer an seiner unteren Verschraubung gelöst ist (SW 19) und die Fahrwerksfeder entfernt wurde, können die beiden Befestigungsschrauben (2 x SW 19) des Längslenkers gelöst werden und der Lenker kann entnommen werden:

Nun wird der Austausch-Lenker montiert. Zuerst wird die innere Schraube der Längslenkerbefestigung eingesetzt und anschließend die äußere. Idealerweise zieht man die Verschraubung erst dann fest, wenn der Wagen wieder auf den eigenen Rädern steht (sofern dies möglich ist...), um Verspannungen in den Lagern zu vermeiden.

Anschließend wird der Handbremszug eingehängt, die Bremsleitung wieder zusammengeschraubt, die Fahrwerksfeder wieder eingesetzt, der Stoßdämpfer angeschraubt und die Antriebswelle montiert. Die Trommel wird über die Bremse geschoben - und schon ist die erste Seite so gut wie fertig.

Die gleiche Vorgehensweise gilt natürlich auch für die andere Seite des Fahrzeugs.

Im Anschluss wird der Vorratsbehälter der Bremsflüssigkeit wieder befüllt (DOT 4) und das Bremssystem entlüftet - Reihenfolge hinten rechts, hinten links, vorne rechts, vorne links. Hierzu das Ventil leicht öffnen, einen Helfer das Bremspedal "pumpen" lassen bis keine Luft mehr aus dem Ventil kommt. Dann das Bremspedal gedrückt halten lassen und das Ventil gefühlvoll schließen. Während dem Entlüften muss man natürlich stets darauf achten, dass der Vorratsbehälter nicht völlig entleert wird, sondern immer ein Flüssigkeitsspiegel erhalten bleibt - sonst gelangt wieder Luft ins System.

Nach einer abschließenden Funktionsprüfung ist der E30 wieder fit.